Rechnungswesen
Rechnungswesen
Vergleich Fibu-Bebu
| Fibu | Bebu |
| Ganze Unternehmung (betrieblich & neutral) | Nur Betrieb |
| Externe und interne Adressaten | Interne Adressaten |
| Buchhalter | Controller |
| In der FiBu wird der laufende Geschäftsverkher chronologisch (im Journal) und systematisch (in den Konten) erfasst. Die FiBu dient der Ermittlung der Vermögenswerten mittelns Inventar und Bilanz, der Feststellung des Erfolgs mittels Erfolgsrechnung sowie der Liquiditätssteuerung und Finanzplanung mittels Geldflussrechnung. Die Zahlen der FiBu sind für die Unternehmensführung teilweise ungeeignet, weil sie einerseits stille Reserven enthalten und andererseits nur den Gesamterfolg und nicht den Erfolg je Produkt oder DL ausweisen. | In der BeBu werden die durch die Leistungserstellung entstandenen Kosten erfasst und den durch die Leistungsveräusserung ezielten Erlösen gegenübergestellt. Die Kostenerfassung erfolgt nach Kostenarten (z.B. Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen), Kostenstellen (z.B. nach Abteilungen wie Einkauf, Lager) und nach Kostenträgern (z.B. nach hergestellten Produkten oder Leistungen). Die BeBu ist eine rein interne Rechnung. Sie stellt Unterlagen für die Kalkulation sowie die Kosten- und Erfolgskontrolle bereit. |
| Arbeitet für Staat, Eigentümer, ext. Stakeholder | Arbeitet für Entscheidungsträger |
| Ziel: Gläubigerschutz | Ziel: Wie gut haben wir im Betrieb gearbeitet? Aufbereitung der Daten, so dass Entscheidungsträger bessere Entscheidungen treffen können |
| Obligatorisch gemäss OR | "Freiwillig" (Bei grösseren Firmen können gewisse Infos nur durch Bebu ausgewiesen werden, welche gesetzlich verlangt werden) |
Fibu
Regelwerke
Weil die Bewertung der Aktiven und des Fremdkapitals bei der Ermittlung des Eigenkapitals und des Periodenerfolgs von grosser Bedeutung ist, enthält das OR Bestimmungen zur Bewertung. Die Vorsicht ist der wichtigste Bewertungsgrundsatz im OR (Gläubigerschutz). Dies im Unterschied zu den anerkennten Rechnungslegungsstandards wie Swiss Gaap Fer wo die Wahrheit zum führenden Prinzip erhoben wird (Schutz der Investoren). Folgende Grundsätze werden für dich Buchführung vom OR vorgeschrieben: Vorsicht, Wahrheit, Fortführung (Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit) und Stetigkeit (immer gleiche Darstellungsform und Bewertungsgrundsätze).
Massgebend beim Vorsichtsprinzip ist das Realitätsprinzip (Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie durch den Verkauf erzielt worden sind (Aktiven dürfen demnach nur zu Herstell- oder Anschaffungskosten bewertet werden), das Imparitätsprinzip (Verluste müssen dem gegenüber bereits gezeigt werden, wenn deren Eintritt möglich ist) und das Niederstwertprinzip.
Das OR schreibt vor, die Fibu klar und verständlich, vollständig, verlässlich und vorsichtig zu führen. Weiter muss sie das Wesentliche enthalten.
Im Gegenzug zum Steuergesetz, werden keine Abschreibungsvorschriften erlassen. Das oberste Gebot des OR ist der Gläubigerschutz. Daher wird bei einem Konkurs das Geld wie folgt verteilt: Mitarbeiter, Gläubiger (Lieferanten etc.), Staat, Aktionäre.
Überblick
Allgemein gültige Vorschrift (OR 957):
- Die Pflicht zur Buchführung und Rechnungslegung gilt für Einzelunternehmen und Personengesellschaften ab einem jährlichen Erlös von Fr. 500'000.-- (einfache EU's müssen lediglich Einnahmen und Ausgaben sowie eine Vermögensübersicht erstellen)
- für juristische Personen wie AG's und GmbH's
- Die Rechnungslegung erfolgt im Geschäftsbericht. Dieser enthält die Jahresrechnung (Einzelabschluss), die sich aus der Bilanz, der Erfolgsrechnung und dem Anhang zusammensetzt. (Muss innerhalb von 6 Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres erstellt und dem zuständigen Organ vorgelegt werden)
Rechnungslegung für grössere Unternehmen (OR 961):
- Bilanzsumme 20 Mio., Umsatzerlös 40 Mio., 250 Vollzeitstellen
- diese Unternehmen müssen zusätzlich eine Geldflussrechnung erstellen sowie einen Lagebericht verfassen, der den vergangen und künftig erwarteten Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage der Unternehmung darstellt
Abschluss nach anerkanntem Standard (OR 962)
- Da das OR den Gläubigerschutz in den Vordergrund stellt, wurden zum Schutz der Investoren nicht staatliche Standards ins Leben gerufen. Börsenkotierte Unternehmen müssen zusätzlich einen Abschluss nach einem anerkannten Standard zur Rechnungslegung erstellen. Bei nicht börsenkotierten Unternehmen können mind. 20% der Gesellschafter einen solchen Abschluss verlangen.
- Der Abschluss soll ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzierungs-, und Ertragslage der Unternehmung vermitteln, die so genannte True-and-Fair-View.
- Anerkannte Standards sind die Swiss Gaap Fer (ca. 250 Seiten, nur in der Schweiz angewandt), die IFRS (Europa Standard, heute weltweit in über 100 Ländern, ca. 3000 Seiten) und die US Gaap (hauptsächlich in den USA, ca. 30'000 Seiten).
- Diese Rechnungslegungsstandards haben das Ziel, die Transparenz und Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen zu fördern. Sie stellen Normen auf zur Darstellung und Bewertung von Abschlüssen. Diese Abschlüsse benötigen Jahresbericht, Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, EK-Nachweis, Anhang gross (falls Börsenkotiert zusätzlich Corp. Governent Ausweis)
Konzernrechnung (Art. 963)
Eine konsolidierte Konzernrechnung zeigt das Beziehungsgeflecht des Konzerns auf (zusammen führen von zwei Firmen; doppelte heraus nehmen).
http://de.wikipedia.org/wiki/Konzernabschluss
Weitere prüfungsrelevante OR Artikel: 957-963 / 662-677
Bilanz
Die Bilanz ist eine Momentaufnahme, in der die Aktiven den Passiven gegenüber gestellt werden. Sie zeigt die Vermögenslage der Unternehmung. Die Passivseite zeigt, wie die finanziellen Mittel bereitgestellt wurden; die Aktivseite orientiert über die augenblickliche Verwendung dieser Mittel. Die Bilanz ist nach Liquidierbarkeit gegliedert.
Stichtag
| Aktiven (Vermögen) | Passiven (Schulden)
|
| Umlaufvermögen (bis 1 Jahr)
Flüssige Mittel (inkl. Wertschriften) Forderungen (Guthaben bei Kunden) Vorräte Anlagevermögen ("Frozen") Finanzielles Anlagevermögen Materielles Anlagevermögen (Sachanlagen) Immaterielles Anlagevermögen (z.B. Goodwill)
|
Fremdkapital Kurzfristiges Fremdkapital (bis 1 Jahr) Langfristiges Fremdkapital (z.B. Rückstellungen)
Aktienkapital Kapitalreserven Gewinnreserven |
Die Bilanz kann auch in Staffelform aufgezeigt werden:
Aktiven
-Fremdkapital
=Eigenkapital (Reinvermögen)
--> Aus Sicht Liquidität ist eine Zunahme der Aktiven (ausser Flüssige Mittel) schlecht; hingegen eine Zunahme der Passiven gut
--> Bei der Bewertung heikel sind die Aktiven (ausser FlüMi) und die Rückstellungen (hier können stille Reserven versteckt sein)
--> Jeder Franken in den Aktiven muss aus den Passiven beschaft werden. Die Ø Kapitalkosten belaufen sich auf 7-10 %
-->Nur auf der linken Seite der Bilanz wird gearbeitet!
Ziel der Bilanz: Vermögenlage resp. Schuld-/Forderungsverhältnisse der Unternehmung an einem bestimmten Stichtag darzustellen.
Finanzierung
Die Möglichkeiten der Finanzierung:
Aussenfinanzierung
- Kreditfinanzierung (z.B. Aufnahme von Bankkrediten)
- Beteiligungsfinanzierung (z.B. Ausgabe von Aktien)
Innenfinanzierung
- Selbstfinanzierung (Zurückbehalten von Gewinnen)
- Finanzierung aus freigesetztem Kapital (z.B. Verkauf von Liegenschaften)
Goodwill
Goodwill bezeichnet den Wert, der bei einer Übernahme einer AG mehr bezahlt wird, als sie effektiv Wert hat. Demgegenüber steht Badwill als Wert, der zu wenig bezahlt wird (z.B. Mülldeponie Kölliken wird für symbolischen Fr. gekauft).
Goodwill und Badwill werden im Normalfall über 5 Jahre abgeschrieben.
Rückstellungen
Rückstellungen werden für erwartete Verbindlichkeiten gegenüber Dritten gemacht (z.B. Prozessrückstellungen). Sie sind kein Cash! Der Gegenwert ist auf der Aktivseite in irgendeiner Form vorhanden. Die Rückstellungen belasten allerdings den Gewinn und das Eigenkapital. Buchungssatz: Entsprechendes Aufwandskonto / Rückstellungen (Rückstellungen welche in einer anderen Rechnungsperiode aufgelöst werden, werden über ausserordentlichen Ertrag verbucht).
Reserven
Die Reserven enthalten nicht ausgeschüttete Gewinne. Sie sind kein Cash! Der Gegenwert ist auf der Aktivseite in irgendeiner Form vorhanden. Kann zur Deckung von Verlusten genutzt werden. (Gem. OR Art. 671 sind 5% des Jahresgewinns den Reserven zuzuweisen, bis diese 20% des einbezahlten Aktienkapitals erreicht haben).
Gewinn
Reingewinn = Ertrag > Aufwand
Grundsätzlich eine rein wertmässige Grösse. Gewinn ist nicht zwangsläufig Cash; sondern kann auch rein bewertungsmässig zustande kommen.
2 Möglichkeiten zur Verwendung des Gewinns:
- Nicht ausschütten: Reingewinn wird in die Rücklagen/Reserven (Eigenkapital) gebucht. D.h. Verbindlichkeit gegenüber Eigentümer steigt.
- Ausschütten: Hierzu benötigt die Unternehmung aber Cash!
(Gesetzliche Reserven müssen mind. 5% betragen. Dividende: meist grösstmögliche ganze %-Zahl von Aktienkapital. Es darf nur 65% der Dividende ausbezahlt werden. Die restlichen 35% werden als Verrechnungssteuer an Steuerverwaltung abgerechnet.)
Beteiligungen
Eigentum von bis zu 20% Aktien einer Unternehmung: Aufführung als Wertschriften
Eigentum von 20-49.99% der Aktien einer Unternehmung: Aufführung als Anteile an assoziierten Gesellschaften
Eigentum von über 50% der Aktien einer Unternehmung: Vollintegration in Bilanz
Erfolgsrechnung
Im Gegenzug zur Bilanz ist die Erfolgsrechnung eine Periodenrechnung, welche die Aufwände den Erträgen gegenüberstellt. Als Differenz resultiert der Erfolg (Gewinn oder Verlust). Da die Kapitalgeber und andere Anspruchsgruppen laufend über den Geschäftsverlauf und den daraus resultierenden Erfolg orientiert sein wollen, werden Abrechnungs- und Erfolgsperioden festgelegt. Dies kann sehr schwierige zeitliche Abgrenzungsprobleme mit sich bringen. Die Erfolgsrechnung zeigt auf eine strukturierte Weise einen Zusammenzug aller Wertverschiebungen, die im Laufe einer Periode in einem Unternehmen angefallen sind.
Sie wird auch Gewinn- und Verlustrechnung genannt.
Ziel der Erfolgsrechnung: Ausweis des Erfolgs (Gewinn oder Verlust) der einzelnen Geschäftsperiode durch Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag.
1.1-31.12.2014
| Aufwand
________________________________________ |
Ertrag
|
Am Ende der Periode wird wieder bei 0 begonnen. Nach OR wird zwischen betrieblichen und betriebsfremden sowie ausserordentlichen Aufwänden und Erträgen unterschieden. Zusätzlich wird in Hauptbetrieb und Nebenbetrieb aufgeteilt. Schematisch ergibt dies folgende Gliederung:
Beispiel einstufige und dreistufige Erfolgsrechnung
| Einstufige Erfolgsrechnung | Dreistufige Erfolgsrechnung |
| Warenertrag100 + Liegenschaftenertrag 15 =Gewinn 10 |
Warenertrag 100 -Warenaufwand -60 =Unternehmensgewinn 10 |
x Gemeinaufwand
xx Neutraler Aufwand und Ertrag
Dieses Beispiel zeigt, dass bei der einstufigen Erfolgsrechnung nicht sichtbar wird, dass der Betrieb verlustbringend ist. Der Unternehmensgewinn kommt nur dank positiven Einfluss von neutralem Erfolg (nicht zum betrieblichen Kernbereich gehörend) zu Stande. Je nach Branche und Informationsbedürfnissen ist eine andere Anzahl Stufen zweckmässig. Bei Produktionsunternehmen und Dienstleistungsbetrieben wird in der Regel eine zweistufige Erfolgsrechnung erstellt (Betriebserfolg/Unternehmenserfolg). Erfolgsrechnungen von Handelsbetrieben sind meist dreistufig (1 Stufe: Bruttogewinn, 2. Stufe: Betriebserfolg, 3 Stufe: Unternehmenserfolg).
International und in Geschäftsberichten ist die Staffelform gebräuchlich:
Mehrstufige Erfolgsrechnung in Staffelform
Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen
+/- Bestandesänderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen bzw. nicht fakturierten DL
=Betrieblicher Ertrag aus Lieferungen und Leistungen (Bruttogewinn)
-Material- und Warenaufwand sowie Aufwand für Drittleistungen
-Personalaufwand
-Übriger Betriebsaufwand (ohne Abschreibungen und Zinsen)
=Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) (=Wichtige Grösse bei hohem Anlagevermögen / Managementerfolg)
-Abschreibungen
=Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) (=wichtige Grösse da eigentl. Betriebsergebnis)
+/- Zinsaufwand und Zinsertrag
=Betriebsergebnis vor Steuern (EBT)
+/- Aufwand und Ertrag von Nebenbetrieben
+/- Betriebsfremder Aufwand und Ertrag
+/- Ausserordentlicher Aufwand und Ertrag
=Unternehmenserfolg vor Steuern
-direkte Steuern
=Unternehmenserfolg (Earnings;nur für Eigentümer wichtige Grösse)
--> Gibt Aufschluss auf die Frage: "Warum haben sich in der Bilanz die Positionen unten rechts verändert?"
Anmerkung: Es wird zwischen Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren unterschieden. http://www.rechnungswesen-info.de/gesamtkostenverfahren_umsatzkostenverfahren.html Das Gesamtkostenverfahren ist eine Produktionserfolgsrechnung. Das bedeutet, dass zur Abgrenzung der Erträge und Aufwendungen die produzierten Mengeneinheiten herangezogen werden. Die Erträge und Aufwendungen werden jeweils bezogen auf die in der abgelaufenen Periode produzierten Mengeneinheiten ausgewiesen. Das Umsatzkostenverfahren ist eine Umsatzerfolgsrechnung. Das bedeutet, dass zur Abgrenzung der Erträge und Aufwendungen die abgesetzten Mengeneinheiten herangezogen werden. Die Erträge und Aufwendungen werden nicht schon bei der Produktion, sondern erst beim Absatz der Erzeugnisse ausgewiesen.
Geldflussrechnung
Die Geldflussrechnung (auch Mittelflussrechnung genannt) zeigt als zeitraumbezogene Rechnung die Ursachen für die Zunahmen und Abnahmen der Geldbestände (flüssige Mittel) in einer Periode.
Aufbau
1.1-31.12.2014
| Einnahmen (Mittel-Zufluss)
|
Ausgaben (Mittel-Abfluss)
_______________________________________
|
Als Saldo ergibt sich die Veränderung der flüssigen Mittel in der Berichtsperiode. Erträge und Aufwendungen, die in der Periode nicht zahlungswirksam sind, werden somit nicht berücksichtigt. Dies betrifft insbesondere Abschreibungen und Rückstellungen (Bei der Erfolgsrechnung sind bereits alle gebuchten Belege - unabhängig der Bezahlung - erfolgswirksam). Sie ist wie die Erfolgsrechnung eine dynamische Rechnung. Die Geldflussrechnung ist für kleinere Unternehmen freiwillig. Für grösserer wird sie neu nach OR und schon länger nach den gängigen Standarts (IAS, FER, US-GAAP) zwingend verlangt.
Die Geldflussrechnung schliesst als dritte Jahresrechnung die Informationslücken von Bilanz und Erfolgsrechnung, indem sie Aufschluss gibt über
- die Liquiditätsentwicklung
- die Investierungsvorgänge
- die Finanzierungsmassnahmen
innerhalb vergangener oder künftiger Geschäftsperioden.
Im OR fehlen detaillierte Vorschriften zur Geldflussrechnung. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass dieselben Regeln gelten, wie von den anerkannten Standarts verlangt.
Ziel der Geldflussrechnung: Ausweis der Ursachen und des Umfangs des Mittelzuflusses und des Mittelabflusses
(--> Gibt Aufschluss auf die Frage: "Warum haben sich in der Bilanz die Positionen oben links verändert?")
(--> Mit Reingewinn kann nichts gemacht werden da dieser nicht per se liquid ist; nur mit Cash Flow kann "Kaffee getrunken" werden!)
Wer braucht sie?
- Management zur finanziellen Führung
- Finanzanalytiker
- Banken / Kreditgeber
Cash Flow
Unterscheiden lassen sich der operativer Cashflow, der Cashflow aus der Investitionstätigkeit und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit.
Das Aggregat dieser drei Salden ergibt die Veränderung des Bestands an liquiden Mitteln der Periode:
Darstellung in Staffelform:
Geldfluss aus Betriebstätigkeit (Geschäftstätigkeit, Cashflow, Innenfinanzierung)
+/- Geldfluss aus Investitionstätigkeit
+/- Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
=Zunahme oder Abnahme der flüssigen Mittel
Es gibt drei Ursachen für Einnahmen: Innenfinanzierung (z.B. Zahlungen von Kunden, Zinszahlungen von Kreditnehmern), Aussenfinanzierung (z.B. Aufnahme von Hypotheken, Ausgabe von Anleihen, Aktienkapitalerhöhung) und Desinvestierung (z.B. Barverkauf von Maschinen oder Beteiligungen)
Es gibt drei Ursachen für Ausgaben: Innenfinanzierung (z.B. Zahlungen an Lieferanten, Lohnzahlungen, Zinszahlungen), Definanzierung (Rückzahlung von Hypotheken, Aktienkapitalherabsetzung) und Investierung (Kauf einer Maschine oder Beteiligungen)
Der Cashflow-Wert kann sowohl direkt als auch indirekt ermittelt werden. Beide Vorgehensweisen müssen zum gleichen Ergebnis führen, wenn einheitliche Ermittlungs- und Abgrenzungskriterien angewendet werden.
- Die direkte Ermittlung erfordert von den zahlungswirksamen Erträgen die zahlungswirksamen Aufwendungen abzuziehen. Dieses Vorgehen ist allerdings in der Praxis nur schwierig umsetzbar, da die Finanzbuchhaltung nach dem Prinzip der zeitlichen Abgrenzung erfolgt und nicht lediglich auf Zahlungsströme abstellt; d.h. diese Zahlen sind im Geschäftsbericht nicht ersichtlich. Oftmals kommt diese Berechnung beim Planen und Budgetieren zum Zug.
- Alternativ ist die indirekte Methode zur Ermittlung des Geldflusses aus der Geschäftstätigkeit heranzuziehen, wonach ausgehend vom Reingewinn alle nicht-zahlungswirksamen Aufwendungen addiert sowie die nicht-zahlungswirksamen Erträge subtrahiert werden müssen:
Ergebnis gemäss Erfolgsrechnung (Reingewinn/Unternehmensgewinn)
+Abschreibungen (Aufwand)
+Zunahme Rückstellungen (Aufwand)/-Verminderung Rückstellungen
= Cash Flow Praktiker (od. "Idioten-Cash Flow")x
-Zunahme Debitoren (Zunahme Aktiven = schlecht für Kasse --> Eselsbrücke wie Weihnacht)
-Zunahme Vorräte (dito.)
+Zunahme Kreditoren (gut für Kasse)
=Cashflow aus Betriebstätigkeit (operativer Cash Flow)
-Investitionen
+Desinvestitionen
=Cash Flow aus Investitionstätigkeit (od. Free Cash Flow)
+Finanzierung
-Definanzierung
-Dividende
=Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit (od. Delta Cash)
Delta Cash
+Finanzmittelbestand zu Beginn des Geschäftsjahres
=Finanzmittelbestand Geschäftsjahresende
x Der in der Praxis oftmals verwendete Begriff "Cash Flow = Gewinn + Abreschreibungen" hat bezüglich Liquidität nur eine sehr geringe Aussagekraft. Aus der Erfolgsrechnung geht nicht hervor, ob den eingekauften oder verkauften Waren effektiv Einzahlungen oder Auszahlungen folgten. Es besteht allenfalls die Möglichkeit Aussagen bezüglich langfristiger Liquiditätsentwicklungen zu machen. In diesem Zusammenhang ist dieser Cash Flow eher als Renditekennzahl einzuordnen (Cash flow-Umsatz-Rate).
Free Cash Flow
Operativer Cash Flow
-Cash Flow aus Investitionstätigkeit
= Free Cash Flow
Welche Geldmittel stehen dem Unternehmen zum manöverieren/agieren zur Verfügung?
--> sehr wichtiger Wert zum Überleben; Cash darf niemals ausgehen!
Mit den frei verfügbaren Geldmitteln hat die Unternehmung die Möglichkeit noch mehr zu investieren, Dividenden auszuschütten oder Schulden zurück zu bezahlen.
"Profit is an opinion; cash is a fact!"
Kontenrahmen KMU
Offizielle Version: https://www.bdo.ch/media/filer_public/6c/6f/6c6f9aa4-552e-40e8-93ae-281267e63828/schulkontenrahmen_veb_ch.pdf
Kennzahlen
Formeln welche bei der Prüfung abgegeben werden:
Bei den Kennzahlen handelt es sich stets um eine Momentaufnahme; sie verändern sich laufend. Wichtig ist, stets nicht nur eine Kennzahl anzuschauen. Vielmehr müssen verschiedene Kennzahlen miteinander in Verbindung gebracht werden, um die Gesamtheit nicht aus den Augen zu verlieren. Weiter gilt es die Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren (Unsicherheit der Zukunft, Ermessensspielraum).
Wichtig zur Beurteilung sind die Faktoren Liquidität, Stabilität (Wiederstandsfähigkeit in konjukturell schlechteren Zeitet) sowie die Rendite. Diese stehen jedoch in einem Zielkonflikt zueinander.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
Liquidität
Gewinn = Nahrung einer Unternehmung / Liquidität = Atmung einer Unternehmung
Eine gesunde Liquidität
- macht die Unternehmung flexibler und gibt dem Management mehr Handlungsspielraum, um den langfristigen Fokus auf Marktchancen, Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit zu behalten
- verbessert die Liquiditäts- und Finanzierungskennzahlen, die von den Banken für die Einschätzung der Kreditwürdigkeit und der Festlegung der Konditionen verwendet wird
- erhöht die Kapitalrentabilität und damit die Attraktivität des Konzerns für Aktionäre und Investoren
- fördert die Profitabilität
Die interne Wertschöpfungskette mit den Funktionen Beschaffung, Produktion und Vertrieb bietet verschiedene Hebel um Liquiditätspotentiale zu erschliessen.
- Management von Roh-, Halbfertig und Fertigwaren (Verkürzung der Durchlaufzeit z.B. durch Just-in-Time-Anlieferungen oder durch bessere Bedarfsprognosen)
- gezielte Festlegung der Zahlungskonditionen (z.B. Skonto, Kreditlimitprozess, klar strukturierter Mahnprozess)
- Management der Lieferantenverbindlichkeiten optimieren (Begrenzung der Lieferantenzahl, umfassende Lieferantenbeurteilung). Es sollte gegenwärtig nur in dem Mass Einkaufsmaterialien bestellt werden, wie konkreter Bedarf vorhanden ist. Das steht aber häufig in Widerspruch zu wirtschaftlichen Bestellgrössen und ausgehandelten Mengerabatten. Lösungsansätze: Lieferant übernimmt Management des Lagerbestandes des Kunden und bleibt solange im Besitz der Ware, bis diese vom Kunden bezogen wurden. Mengerabatte lassen sich am einfachsten am Jahresende in einer Gesamtbetrachtung berechnen. Rechnungen werden erst nach 45 oder 60 Tagen bezahlt.
--> Collect early and pay late!
Absolute Kennzahl:
Nettoumlaufvermögen = Umlaufvermögen - kurzfristiges Fremdkapital
muss immer > 0 sein. Problem bei dieser ZahL: die Vergleichbarkeit mit anderen Firmen ist nicht möglich
Relative Kennzahl:
Liquiditätsgrad 1 = Flüssige Mittel x 100 / Kurzfristiges Fremdkapital
Richtwert: 15-35 %. Dieser Wert kann schnell schwanken. Ein tieferer Wert ist lebensbedrohlich. Bei einem höheren Wert hat die Unterhemung wahrscheinlich ein Renditeproblem. Diese Kennzahl ist nicht sehr wichtig.
Liquiditätsgrad 2 = (Flüssige Mittel + Forderungen) x 100 / Kurzfristiges Fremdkapital
Dies ist die wichtigste Liquiditätskennzahl. Dieser Wert muss immer mind. 100 % betragen.
Liquiditätsgrad 3 = Umlaufvermögen x 100 / kurzfristiges Fremdkapital
Die Vorräte sind sehr Branchenabhängig (bei DL-Betrieben ohne Vorräte besteht kein Unterschied zum Liquiditätsgrad 2). Bei produzierenden Betrieben gilt ein Richtwert von 125-150% als gut. Bei Warenhändlern wie Coop kann der Liquiditätsgrad auch 200-250% betragen. Dient vor allem als Sicherheitskennzahl für die Kredit gebende Bank.
Es ist unzureichend, nur die %-Werte zu betrachten. Auch das Verhältnis der verschiedenen Liquiditätsgrade ist wichtig. Z.B. ein hoher Liquiditätsgrad 2 kann auf ein schlechtes Debitorenmanagement hindeuten (hoher Liquiditätsgrad 3 --> Lagermanagement oder kein Vekauf). Hohe Zahlen können z.B. auch in der Uhren-Branche auftauchen; wo wenig kurzfristiges FK vorhanden ist (Barbezahlungen). Es handelt sich jedoch nur um Momentaufnahmen. Eine dynamische Betrachtung der Liquidität mittels Geldflussrechnung ist empfehlenswert. Die statischen Zahlen haben eine Mängel. Sie weisen z.B. keine keine saisonalen Schwankungen aus und zeigt keine Ursachen.
Stabilität
Intensität des Anlagevermögens = Anlagevermögen x 100 / Gesamtvermögen (Aktiven)
Diese Kennzahl ist sehr Branchenabhängig. Viel Anlagevermögen spricht nicht für viel Flexibilität und bietet grosses Risiko für anfallende Fixkosten (Unterhalt etc.). Auf der anderen Seite kann ein hohen Anlagevermögen durchaus Vorteile aufweisen, wenn es sich beim Anlagevermögen zum Beispiel um Grundstücke handelt, die in Zeiten steigender Immobilienpreise an Wert gewinnen. Ältere Unternehmungen haben gegenüber gleichartigen jüngeren infolge grösserer Abschreibungen eine geringere Anlageintensität. Trend geht zu mieten/leasen statt kaufen, outsourcing, verkaufen und zurück mieten.
Eigenfinanzierungsgrad = Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital
Richtwert: ca. 1/3. Bei Start ups, kleineren Familienunternehmen und konjunkturabhängigen Branchen eher etwas mehr sinnvoll, damit in "mageren" Zeiten nicht gleich der Konkurs droht. Bei Branchen mit wenig Risiko (konjunkturneutral) sowie grosse börsengehandelte Unternehmen ist etwas weniger auch ok (Aussenfinazierung einfacher). Eigenkapital ist teuer. Ein hoher Eigenfinanzierungsgrad relativiert andere Mankos (z.B. zu tiefer Liquiditätsgrad; Geld kann einfach aufgenommen werden). Ein hohes AV benötigt in der Regel auch ein höheres EK (Risiko). Allgemein ist festzuhalten, dass die Höhe des EK häufig das Resultat des vergangenen Geschäftsverlaufs, des Alter der Unternehmung und der Ausschüttungspolitik wiederspiegelt. Ein EK über 1/3 ist nicht schlecht; man darf ihn jedoch als konservativ charakterisieren und auf die Nachteile hinweisen.
Exkurs: Eigenkapital
Je mehr EK, desto mehr Stabilität!
Positive Eigenschaften: Kein fixer Rückzahlungszeitpunkt, Bonität (ohne EK kein FK), Verluste können mit EK aufgefangen werden, keine fixen Zinszahlungen, unabhängiger vom FK-Geber (bei Entscheidungen muss kein Bänker gefragt werden)
Negative Eigenschaften: EK ist massiv teurer als FK (Risiko für EK-Geber bei Konkurs; Steuerlast; --> je nach Land und Branche wird zum Fremdkapitalkostensatz eine Rendite von 4-6% dazugeschlagen), EK kann weniger flexibel und schnell angepasst werden
Eine höhere Verschuldung wirkt sich eindeutig negativ auf die Sicherheit aus. Unter Umständen kann aber durch den vermehrten Einsatz von Fremdkapital die Rentabilität des Eigenkapitals verbessert werden. Dies ist unter dem Leverage-Effekt bekannt:
- Die Rendite des EK wird umso stärker gesteigert, je höher der Fremdfinanzierungsgrad (sofern Fremdzinsen niedriger als Rendite des Gesamtkapitals)
- Umgekehrt besteht das Risiko, dass die Rendite des EK umso stärker gedrückt wird, je höher die Fremdfinanzierung, sobald die Rendite des Gesamtkapitals unter die Höhe des Zinsfusses für das Fremdkapital sinkt. Dies ist häufig bei Gewinnmarge-Verknappung in Rezessionsphasen oder in Zeiten steigender Zinsen der Fall.
Anlagedeckungsgrad 1 = Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen
Richtwert: ab 60%. Weniger wichtig als Anlagedeckungsgrad 2. Gilt vor allem als Risikokennzahl (wie viele Fixkosten aus den Anlagen kann mit dem EK aufgefangen werden)
Anlagedeckungsgrad 2 = (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) x 100 / Anlagevermögen
Muss immer mind. 100% betragen. Auch goldene Bilanzregel oder Fristenkongruenz genannt. Langfristig investierte Vermögen müssen langfristig finanziert werden können). Falls die Deckung unter 100% bedeutet dies nicht den unmittelbaren Tod; das Risiko bei unvorhersehbaren Ereignissen ist aber immens.
Rendite
- Erfolg ist ein Zwischen- oder Endergebnis in der ER. Erfolg bezieht sich auf einen Zeitraum und ist eine absolute Zahl.
- Rendite ist eine relative Grösse. Sie gibt als Prozentzahl das Verhältnis zwischen einer Erfolgsgrösse und einer anderen Grösse an, von der angenommen wird, dass diese wesentlich zur Erzielung des Erfolgs beigetragen hat.
Man unterscheidet zwischen Kapitalrentabilität (Verhältnis zw. Ergebnisgrösse aus ER und Kapitaleinsatz aus Bilanz / Bsp. 1+2 unten) und Umsatzrentabilität (Verhältnis zw. Ergebnisgrösse aus ER und Umsatzgrösse aus ER / Bsp. 3+4 unten)
Eigenkapitalrendite (Return on equity ROE) = Reingewinn x 100 / Ø Eigenkapital
(Ø = Anfangsbestand + Endbestand / 2 ; in der Praxis wird die Kennzahl immer mit dem Endbestand berechnet ; daher muss in Prüfung gut gelesen werden was verlangt wird)
Richtwert: 10-15 %; abhängig vom Geschäftsrisiko. Bei wenig Eigenfinanzierung sieht die Rendite schnell gut aus; bei viel EK auch 8% bereits i.O. --> Muss deutlich über Zinsfuss für Fremdkapital liegen, da mehr Risiko
Gesamtkapitalrendite (Return on investment ROI) = (Reingewinn+Zinsen) x 100 / Ø Gesamtkapital
(in Praxis oft auch EBIT / Ø Gesamptapital ; die einzige Differenz sind die Steuern)
Je höher die Rendite; desto effizienter wird das Kapital eingesetzt. Die Gesamtkapitalrendite liegt in der Praxis zwischen dem Zinsfuss für das Fremdkapital und der Eigenkapitalrendite. Als Faustregel können etwa 6-10% betrachtet werden. Da die Wertschöpfung unabhängig von der Zusammensetzung des Kapitals gemessen wird, lassen sich mithilfe der Gesamtkapitalrendite auch Betriebe mit unterschiedlichem Eingen- und Fremdfinanzierungsverhältnis objektiv miteinander vergleichen.
Da die Gesamtkapitalrendite eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Effizienz der Unternehmenstätigkeit ist, entstand schon früh das Bedürfnis, durch weitere Kennzahlen Aufschluss über die Ursachen von guten und schlechten Renditen zu erhalten. Dies umso mehr, als einzelne Kennzahlen immer nur einen Teilaspekt der betrieblichen Wirklichkeit erfassen. So entstanden Kennzahlensysteme. Das bekannteste ist die DuPont-Pyramide http://www.betriebswirtschaft.info/1760.html
Betriebsgewinnmarge (Return on sales ROS) = Betriebsgewinn x 100 / Umsatz
Die Bruttogewinnmarge gibt Auskunft darüber, wie viel Prozent vom Umsatz nach Abzug des Warenaufwand verbleiben. Damit ist die Fähigkeit der Unternehmung sichtbar, Ihre Gemeinkosten zu decken und Gewinne zu erzielen. Strategie- (bei sehr hohem Umschlag ist auch ein kleiner ROS i.O.) und Branchenabhängig.
EBIT-Marge = EBIT/Umsatz
Mit der EBIT-Marge wird die Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung (Wertschöpfung) ohne Berücksichtigung des Finanzergebnisses gemessen. Dies ist für den zwischenbetrieblichen Vergleich sehr zweckmässig, weil keine Verfälschung durch unterschiedliche Kapitalstrukturren und damit verbunden Zinsaufwand stattfindet. Die EBIT-Margen sind sehr branchenspezifisch. Am besten wird die zeitliche Entwicklung der Kennzahl betrachtet. Ca. 10% gelten als gut.
Kritische Anmerkung: Renditekennzahlen basieren auf dem Gewinn. Gewinn kann beeinflusst werden (profit is an opinion).
Cashflow Ananlyse
Der Cashflow ist die aus der Geschäftstätigkeit erarbeitete Liquidität.
Die Kennzahlen basieren wo möglich auf dem operativen Cash Flow (falls dieser nicht bekannt ist auf dem Cash Flow für Praktiker).
- Cashflow-Marge: Cashflow/Umsatz*100
Zur Cashflowmarge gibts keine Richtwerte, diese ist sehr branchenabhängig. Sie ist Teil der Umsatzanalyse und gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes unter dem Strich als Geldzufluss verbleibt
- Verschuldungsfaktor: Effektivverschuldung (Fremdkapital-FlüMi-Forderungen)/ Cashflow
Der Verschuldungsfaktor gibt an, wie viele Jahre der letzte Cashflow erarbeitet werden müsste, bis die Effektivverschuldung abbezahlt wäre. Werte bis 5 Jahre gelten aus Sicht von Kreditgebern als sehr gut. (Risikokennzahl)
- Cashflow/Investitions-Verhältnis = Cashflow/Nettoinvestitionen
Wenn diese Zahl > 100% bedeutet dies, das der Free Cash Flow positiv ist. Ein Wert unter 100% ist nicht gut, denn so müsste die Unternehmung für die Finanzierung der Investition entweder verzinsliches Fremdkapital aufnehmen oder gewinnberechtigtes Eigenkapital beschaffen.
Aktivitäts-Analyse
Die Aktivitätskennzahlen zeigen die Effizienz der Unternehmung auf und sind Strategieabhängig. Bei einer geringen Marge ist der KUH (Kapitalumschlagshäufigkeit) elementar (z.B. Denner). Bei einer hohen Marge (z.B. edle Boutique) ist die KUH weniger Überlebenswichtig. Übersicht: Datei:Übersicht ROI WACC.pdf
Viele dieser Kennzahlen hängen von den Gepflogenheiten der jeweiligen Branche ab. Zur Beurteilung eignen sich Branchenvergleiche. Bei der klassichen Berechnung für Debitoren, Vorräte und Kreditoren gibt es zu beachten, dass bei der Berechnung immer drei Formeln eine Gruppe bilden:
Debitoren
1. Berechnung des mittleren Debitorenbestandes: (Anfangsbest.+Endbest.)/2
2. Berechnung des Debitorenumschlags: (Kredit-)Warenertrag/mittl. Debitorenbestand
3. Berechnung der Ø Debitorenfrist: 360/Debitorenumschlag
--> Beim Debitorenmanagement muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Kunden die Zahlungsfristen einhalten. Ein Zahlungsziel plus 50% gelten als i.O. Ein Lösungsansatz kann darin bestehen, dass die Boni für die Verkaufsverantwortlichen nicht in Abhängigkeit vom erzielten Umsatz entrichtet werden, sondern auf den eingegangenen Kundenzahlungen basierend.
Vorräte
1. Berrechnung des mittleren Lagerbestandes:(Anfangsbest.+Endbest.)/2
2. Berechnung des Lagerumschlags: Warenaufwand/mittl. Lagerbestand
3. Berechnung der Ø Lagerdauer: 360/Lagerumschlag
--> sehr branchenabhängig: je tiefer je besser. Eine optimale Steuerung der Waren- und Materialflüsse sowie der Lagerhöhe kann die EBIT-Marge steigern. Das in Vorräte gebundene Kapital bringt hohe Kosten und Risiken.
Kreditoren
1. Berrechnung des mittleren Kreditorenbestandes:(Anfangsbest.+Endbest.)/2
2. Berechnung des Kreditorenumschlags: Wareineinkauf/mittl. Kreditorenbestand (Erschwerend kommt hier dazu, dass i.d.R. der Warenaufwand angegeben ist, für die Kreditorenfrist aber der Wareneinkauf massgebend ist. Warenaufwand + Lagerzunahme (od. - Lagerabnahme) = Wareneinkauf)
3. Berechnung der Ø Kreditorenfrist (-dauer): 360/Kreditorenumschlag
-->Die Überwachung der Kreditorenfristen gehört zu einer guten Geschäftsbeziehung mit Lieferanten. Bei der Bilanzanalyse durch Aussenstehende kann die Zunahme der Dauer als Liquiditäts- und Finanzierungsproblem interpretiert werden. Je länger der Lieferant Fristen gewährt, je besser.
Investitionsrechnung
Mit der Investitionsrechnung wird die Frage beantwortet "Sollen wir Geld ausgeben"?
Da die IV als Entscheidungsgrundlage dient, gehört sie streng genommen zu der BEBU. Jede Ausgabe in der Aktivseite muss aus der Passivseite finanziert werden. Diese Finanzierung verursacht Kosten in Form von Zinsen. Zudem wird zugunsten der Erwartung von künftigen höheren Einnahmen heute auf einen kleineren, weniger risikoreichen Nutzen verzichtet.
Eine Investition hat folgende Merkmale: langfristige zeitl. Bindung, hohe Summe (cash out sofort), Annahmen (=Risiko), Rückflüsse in Zukunft (cash in), zusätzliche Fixkosten.
Es gibt verschiedene Investitionsarten: Sachinvestitionen (Fahrzeuge, Maschinen etc.), Finanzinvestitionen (Darlehen, Beteiligungen) und immaterielle Investitionen (Forschung, Lizenzen, Patente etc.).
Probleme der Investitionsentscheidungen: Unsicherheit der Zukunft, Kapitalknappheit, viele für den Entscheid relevante Daten (z.B. Umweltverträglichkeit, Kundenpflege etc.) können nicht in Geldwerte gefasst werden und sind somit nicht quantifizierbar.
Man unterscheidet zwischen 4 statischen und 4 dynamischen Methoden für die Investitionsrechnung. Vergleich:
| Statisch | Dynamisch | |
|---|---|---|
| Zeitliche Unterscheidung | Vernachlässigung | Exakte Terminierung mit unterschiedlicher Berücksichtigung |
| Umfang der Prognose | Durchschnittsgrössen | Periodenspezifisch |
| Rechenelemente | Erlöse und Kosten | Einzahlungen und Auszahlungen |
| Stärken | Auch für nicht BWL geschulte Personen verständlich / Einfachheit der Berechnung / Datenmaterial kann aus Buchhaltung entnommen werden / Klarer Aussagegehalt der Resultate | Gewichtung des zeitlichen Anfalls der Zahlungsströme mittels der Zinseszinsrechnung / Ausgangslage bietet die effektiven Zahlungen und nicht Durchschnittswerte / Zuverlässige Beurteilung auch für langfristige Investitionen |
| Schwächen | Beschränkung auf Durchschnittsjahr bei unregelmässigen Zahlungen ist ungenau / Zeitlicher Anfall der Zahlungen wird nicht berücksichtigt, was grosse Verzerrungen zur Folge hat / Nutzungsdauer der Investition wird unzureichend berücksichtigt / über die Jahre unterschiedlich wachsenden Kosten- und Erlösgrössen wird nicht Rechnung getragen | Für Laien schwer verständlich und schwierig zu interpretieren / Datenbereitstellung kann sehr aufwändig sein / Vorausgesetzt wird, dass die Zahlungsströme für die einzelnen Jahre richtig geschätzt werden können |
In die klassische Investitionsrechnung fliessen nur die monetär quantifizierbaren Faktoren eines Projekts ein. Oft sind es jedoch gerade die qualitativen Aspekte - wie Verbesserung der Qualität, Sortimentsabrundung, Bedienungsfreundlichkeit oder humanere Arbeitsbedingungen - , die eine Realisierung einer Investition erst rechtfertigen. Die monetär schwer oder nicht erfassbaren Daten werden, unabhängig von der Investitionsrechnung, separat bewertet. Bei der Nutzwertanalyse werden alle entscheidungsrelevanten Kriterien aufgelistet und nach ihrer Bedeutung gewichtet. http://www.pme.ch/de/artikelanzeige/artikelanzeige.asp?pkBerichtNr=31839
Statische Investitionsrechnung
Bei den einfachen statischen Rechenverfahren wird der Ø jährliche Aufwand und Ertrag unterschieden (ausser Payback-Methode).
Bei der Berechnung ist Schritt für Schritt vorzugehen:
1. Anschaffungswert berechnen: Kaufpreis + Erhöhung Umlaufvermögen (Installation, Umschulungskosten, Kosten für allfälligen Produktionsausfall, Sekundärinvestitionen, Erhöhung Debitoren etc.)
2. Restwert berechnen: Verkaufspreis - Abriss od. Entsorgung und plus Reduktion UV (gleicher Betrag wie bei 1.)
3. Ø investiertes Kapital berechnen: AW + RW / 2
Kosten-Vergleichs-Methode
4. Kalk. Zinsen berechnen: Ø Inv. Kapital * Zinssatz
+5. Abschreibungen: AW-RW / Nutzungsdauer
+6. übrige Fixkosten berechnen (Löhne, Unterhaltskosten etc.)
+7. variable Kosten berechnen
=8. Ø Kosten/Jahr
Gewinn-Vergleichs-Methode
9. ØUmsatz pro Jahr minus Ø Kosten pro Jahr = Ø Gewinn pro Jahr
Renditevergleichsmethode (ROI)
10. ØGewinn pro Jahr + kalk. Zinsen / Ø Inv. Kapital = ROI
Stat. Payback (Amortisationsrechnung)xx
11. AW/Cash Flow = Stat. Payback
(Cashflow in der Inv.rechnung: Ertrag mit Cash in - Aufwand mit Cash out oder (falls jedes Jahr gleicher Gewinn)Gewinn/Jahr + Abschreibungen+kalk.Zinsen (Kalk. Zinsen sind nicht liq. wirksam.)
xx wenn die CF's nicht in jedem Jahr gleich sind, müssen diese additiert werden, bis sie gleich hoch sind, wie der AW. In dem Jahr, in welchem der AW übertroffen wird, muss der Fehlbetrag aus dem Vorjahr durch den CF des letzten Jahres dividiert werden.
Beispiel 1 (gleiche Cashflows):
AW 280
CF 1 = 80 / CF 2 = 80 / CF 3 = 80
=280/80 = Payback nach 3.5 Jahren
Beispiel 2 (versch. Cashflows):
AW: 280
CF 1=60 / CF 2=150 / CF 3=100
aufkumm. 60+150=210 --> es fehlen noch 70 also 0.7 vom 3 Jahr. Sprich, Payback nach 2.7 Jahren
Spezifikationen:
- Die Kostenvergleichsmethode eignet sich nur für einen kurfristigen Planungshorizing und geringem Entscheidungsgewicht. Kritikpunkte: Interpendenzen mit anderen/zukünftigen Investitionsvorhaben bleiben unberücksichtigt, Annahme der Sicherheit der Information, Zeitwert bleibt unberücksichtigt, Ertragsseite bleibt unberücksichtigt
- Gewinnvergleichsrechnung: basiert auf den Daten der Kostenvergleichsrechnung, wobei die Ertragsseite ebenfalls berücksichtigt wird. Der absolute Betrag wird nicht ins Verhältnis zum einges. Kapital gesetzt. Die restlichen Kritikpunkte wie oben.
- Amortisationsrechnung/Stat. Payback: Beantwortert die Frage "Wann kommt Geld zurück?". Grundidee: je schneller das investierte Kapital zurückbezahlt wird, desto weniger verliert das Geld an Wert (Zeitwert) und desto weniger fällst das Risiko bezüglich der Zukunft ins Gewicht. Diejenige Variante, welche die kürzeste Wiedergewinnungszeit erzielt ist zu favorisieren. Grundsätzlich sollte das Geld ca. nach 50% der Nutzungsdauer wieder retour sein. Der Restwert ist nicht relevant, da man nicht auf diesen angewiesen sein darf. Es handelt sich um eine Risikokennzahl, welche keine Rückschlüsse auf Rendite zulässt.
- Kalk. Zinsen sind nicht liq. wirksam. Sie setzen sich aus dem FK, dem Zins und den Erwartungen des Eigentümers zusammen --> hängt vom Risiko ab.
Dynamische Investitionsrechnung
Bei den dynamischen Verfahren geht es um eine ganzheitliche Betrachtung. Es wird nicht ein Durchschnittsjahr zugrunde gelegt. Daher darf nie mit Ø gerechnet werden, sprich es dürfen nie zwei Zahlen zusammen gezählt werden, welche nicht in der gleichen Periode stattfinden. Alle Methoden beruhen auf Cashflow-Basis.
Die dynamischen Verfahren haben den grossen Vorteil, dass sie den zeitlichen Anfall der Zahlungsströme mittels Zinseszinsrechnung gewichten. Es gilt der Grundsatz: Heute verfügbares Geld ist mehr Wert als künftiges. Denn, wenn man heute der Bank einen Geldebetrag überlässt, wird dieser Betrag in einem Jahr zuzüglich Zinsen zurückgezahlt. Wenn man den gleichen Betrag allerdings erst in einem Jahr erhält, muss man auf die Zinsen verzichten.
Die einzelnen Zahlungen werden grundsätzlich auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Investition bezogen. Zahlungen, die vor der Inbetriebnahme anfallen, wie z.B. Personalumschulungskosten, werden auf den Investitionszeitpunkt aufgezinst. Zahlungen, die nach der Inbetriebnahme anfallen, werden auf den Zeitpunkt abgezinst.
Einige Begriffe:
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Zeitwert | Wert einer Ein- oder Auszahlung zum Zeitpunkt ihres Anfallens (auch Future Value) |
| Gegenwartswert | Wert einer Ein- oder Auszahlung, die sich durch die Auf- oder Abzinsung auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme ergibt (auch Present Value oder Barwert) |
| Rente | Über mehrere Jahre gleich bleibende Ein- oder Auszahlung |
| Aufzingszungsfaktor | Durch Multiplikation des vor Inbetriebnahme liegenden Zeitwertes mit dem Aufzinszungsfaktor ergibt sich der Barwert |
| Abzinsungsfaktor | Durch Multiplikation des in der Zukunft liegenden Zeitwert mit dem Abzinsungsfaktor ergibt sich der Barwert |
| Rentenendwertfaktor | Bei Rentenzahlungen vor Inbetriebnahme ergibt sich der Barwert durch Multiplikation einer Rentenzahlung mit dem Rentenendwertfaktor |
| Rentenbarwertfaktor | Bei künfigen Rentezahlungen ergibt sich der Barwert durch Multiplikation einer Rentezahlung mit dem Rentenbarwertfaktor. |
Beispiel:
Tabelle:
http://f.sbzo.de/onlineanhaenge/files/978-3-8045-6040-6_barwert.pdf
Rentenbarwertfaktor ist nur anwendbar, wenn in jedem Jahr der gleiche Cashflow erwirtschaftet wird.
Kapitalwertmethode
Auch NPV (net present value) oder DCF (discounted cashflow) sowie Barwertmethode genannt.
Beantwortet die Frage "Wie hoch ist der Wert heute?"
NPV<0 = kleinere Rendite als Mindestrendite (gewählter Zinssatz)
NPV >0 = Die Investition wirft einen Überschuss über die durch den Kalkulationszinsfuss geforderte Mindestverzinsung ab.
Eine Investition ist akzeptabel, wenn der Kapitalwert grösser als 0 ist. Bei verschiedenen Alternativen wird diejenige Investition bevorzugt, welche den grössten Kapitalwert aufweist.
Typische Prüfungsfragen:
"Maschine A hat einen NPV von -11'088 und Maschine B einen NPV von 33'170. Wie viel Cashflow pro Jahr muss Maschine A mehr erwirtschaften, damit sie das gleiche Resultat wie Maschine B aufweist? (Zins 10%, Nutzungsdauer 8 Jahre)"
Lösungsweg: Die Differenz zum Zeipunkt 0 beträgt 44'258. Diese kann nun durch den Rentenbarwertfaktor von 5.335 dividiert werden. Ergebnis = 8295.
"Gleiche Zahlen wie oben. Wie viel müsste der CF von Maschine A höher sein, damit die Rendite 10% beträgt?"
Lösungsweg. 10%=NPV 0.
NPV 11'0800 : Rentenbarwertfaktor von 5.335 = 2078.35
Annuitätenmethode
Die Annuitätenmethode ist eine Abwandlung der Kapitalwertmethode und ist das Pendant zum statischen Gewinnvergleich. Sie beantwortet die Frage "Wie hoch muss der jährliche Cashflow por Jahr sein, damit die gewünschte Rendite erreicht werden kann?"
Der Kapitaleinsatz wird mittels Zinseszinsrechnung in Renten, d.h. Annuitäten, umgeformt und den durschnittlichen jährlichen Cashflows bzw. Kostenersparnissen gegenübergestellt.
Eine Investition ist vorteilhaft, wenn die durchschnittlichen jährlichen Cashflows mind. so gross sind wie die Annuität.
Da "rückwärts" gerechnet werden muss, wird dividiert.
Interner Ertragssatz IRR
Auch Interne-Zinsfuß-Methode (Englisch Internal Rate of Return) genannt. Auch diese Methode ist eine Ableitung der Kapitalwertmethode. Sie ermöglicht, für eine Investition oder Kapitalanlage, bei der unregelmäßige und schwankende Erträge anfallen, eine (theoretische) mittlere, jährliche Rendite zu berechnen.
Der Abzinsungsfaktor, bei dessen Verwendung die diskontierten künftigen Zahlungen dem heutigen Preis bzw. der Anfangsinvestition entsprechen, heißt interner Zinsfuß. Ist dieser Zinsfuß größer als der Kalkulationszinsfuß (sprich: die Rendite ist größer als die Kapitalzinsen plus Risikoaufschlag), ist die Investition über die Gesamtlaufzeit berechnet wirtschaftlich.
Die Schwierigkeit dieser Methode liegt in der Vergleichbarkeit und der Einschätzung, wie gut dies ist (Nestlé muss anders beurteilt werden als Albiro).
Vorgehen: Es wird derjenige Zinssatz gesucht, bei dem der Kapitalwert des gegebenen Projekts gleich Null ist. Dabei wird die Investition der Summe aller abgezinsten Cashflows (Zahlungen) zu Zeitpunkten gegenübergestellt.
Guter Link: http://www.buechhaltig.ch/pdf14/a76tirechirr.pdf
Dynamisierte Payback-Methode
Die dynamische Payback-Methode ist eine Weiterentwicklung der Statischen. Die Wiedergewinnungszeit gibt die Anzahl Jahre wieder, die verstreichen, bis die Investition ihren Kapitaleinsatz nebst Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaftet hat. Sie ist somit länger als die statisch ermittelte Wiedergewinnungszeit. Sie beantwortet die Frage, nach wie vielen Jahren Laufzeit gerade ein Kapitalwert (NPV) von 0 erzielt wird.
Eine Investition ist vorteilhaft, wenn die dynamisierte Wiedergewinnungszeit kürzer ist als die Nutzungsdauer.
(In Fallstudien teilweise anschliessend Überleitung zu krit. Menge/krit. Preis. (Break even))
Kostenrechnung (BEBU)
Die FIBU kann nicht alle Informationsbedürfnisse des Managements erfüllen. Die BEBU liefert für viele Problemstellungen differenzierte und objektivere Grundlagen, z.B. für:
- Überwachung der Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Leistungserstellung und -veräusserung.
- den Ausweis des Efolgs bzw. des Deckungsbeitrags nach Kostenträgern
- Die Preisfindung
- Die Sortimentsgestaltung
- Entscheide bei Engpasssituationen
Bei der Ermittlung von Kosten und Leistungen wird vom Aufwand und Ertrag gemäss Finanzbuchhaltung ausgegangen.
Aufwand und Ertrag (FIBU) --> Sachliche Abgrenzungen --> Kosten und Leistungen (BEBU)
Den Unterschied zwischen den Grössen der FIBU und den entsprechenden Grössen der BEBU bezeichnet man als sachliche Abgrenzung. Beispiele:
- Der Abschreibungsaufwand wurde zwecks Schaffung stiller Reserven zu hoch veranschlagt. Die bereinigten Abschreibungen nennt man kalkulatorische Abschreibungen.
- Bei AG's werden häufig auf dem EK keine Zinsen berechnet. Die neu berechneten Zinsen nennt man kalkulatorische Zinsen.
- Das gleiche gilt beim Unternehmerlohn.
- In der FiBu werden zur Bildung stiller Reserven die Bestandesänderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen zu einem zu tiefen Wert angesetzt. In der BEBU werden diese zu Herstellkosten bewertet.
Kostenrechnungssysteme:
| Vollkosten | Teilkosten |
|---|---|
| Gesamtsystem, Kalkulationssätze, Erfolg pro Produkt | Einstufig (Break even), häufig für kurzfr. Entscheidungen, Absoluter DB, Relativer DB (Engpass), Mehrstufig (Manag. ER) |
| Schlüsselproblematik | DB ist nicht Gewinn! Gefahr nicht strategiekonform. Entscheidungen |
Fixe und variable Kosten, Break-even-Analyse
Man unterscheidet zwischen fixen und variablen Kosten. Fixe Kosten sind immer gleich hoch, unabhängig vom erzielten Umsatz (z.B. Mietkosten, Abschreibungen). (Einige Kosten, wie z.B. Personalkosten sind spungfix; d.h. nur in einer gewissen Spannbreite fix; anschliessend müssen weitere Personen angestellt werden). Variable Kosten verändern sich mit der Höhe des Umsatzes (z.B. Rohmaterialverbrauch, Warenaufwand).
Kurzfristige Preisuntergrenze = Variable Kosten (VK)
Langfristige Preisuntergrenze = Selbstkosten (SK)
Beim Break Even sind sowohl die variablen als auch die fixen Kosten gedeckt (kritische Menge). Es gibt weder Gewinn noch Verlust.
Die Aufspaltung der gesamten Kosten in einen fixen und einen variablen Teil wir Kostenauflösung genannt. Diese bildet den Ausgangspunkt für viele betrieblichen Problemstellungen. Eine wichtige Frage lautet: Bei welchem Umsatz erreicht eine Unternehmung die Nutzschwelle (Break-even-Point); bei dem weder Gewinn noch Verlust erzielt wird.
Beispiel Ermittlung der Nutzschwelle (break-even-point) :
Barbara Müller importiert ein chinesisches Heilmittel für Fr. 3.– je Stück und verkauft dieses in der Schweiz für Fr. 5.– je Stück. Dabei entstehen Fixkosten (vor allem für Personal und Miete) von Fr. 100'000.–.
Verkaufspreis (Nettoerlös) Fr. 5.–
./. Variable Kosten (Einstandspreis) Fr. 3.–
= Deckungsbeitrag (Bruttogewinn) Fr. 2.–
(Der Bruttogewinn muss zuerst die fixen Kosten decken, bevor ein Gewinn erzielt werden kann. Deshalb wird er auch Deckungsbeitrag genannt,)
In diesem Beispiel deckt jedes verkaufte Stück Fr. 2.– der Fixkosten von insgesamt Fr. 100'000.–. Nach 50'000 verkauften Stücken sind alle Fixkosten gedeckt, sodass die Nutzschwelle erreicht ist. Der Deckungsbeitrag entspricht bei diesem einfachen Handelsbetrieb dem Bruttogewinn. In komplizierteren Fällen sind ausser dem Einstandspreis noch weitere variable Kosten denkbar (z. B. die nicht fix besoldeten, stundenweise angestellten Mitarbeiter in der Filiale eines Grossverteilers).
Berechnung
Schritt 1: Fixkosten ermitteln (Soll DB) --> evtl. in Investitionsrechnung ersichtlich
Schritt 2: DB/Stk. bekannt? (VP pro Stk. - variable Kosten pro Stück = DB pro Stück)
Schritt 3: Falls ja: Fixkosten : DB pro Stück = Stück (kritische Menge)
Schritt 3: Falls nein: (z.B. bei mehreren Produkten) Umsatz - variable Kosten (Total) = DB (Total)
Schritt 3.1: DB (Total) in % zu Umsatz = DB-Marge
Schritt 3.2: Fixkosten durch DB-Marge = Fr. (Zielgewinn)
(Schritt 3.3: Zielgewinn : VP = Stück (kritische Menge)
Teilkostenrechnung
Deckungsbeitragsrechnung
Die Mängel der nachfolgenden Zuschlagskalkulation (Schlüsselproblematik etc.) versucht die Deckungsbeitragsrechnung zu beheben, indem sie die Kosten des Betriebs in variable und fixe Kosten aufspaltet (so genannte Kostenauflösung). Den Kostenträgern wird nur ein Teil der Kosten (nur die variablen Kosten) zugerechnet, weshalb diese Form der Kostenrechnung auch Teilkostenrechnung genannt wird. Dies führt in der Kostenträgerrechnung zum Ausweis des DB. Werden anschliessend die Fixkosten abgezählt, ergibt sich das Betriebsergebnis.
Sie wird vorwiegend angewandt:
- zur Bestimmung von Verkaufspreisen
- Entscheid über Eigenfertigung oder Kauf (make or buy)
- Fragen zur Sortimentsgestaltung
- Analyse der Wirtschaftlichkeit (Break-even-Überlegungen)
- Resultatpräsentation (Mehrstufige DB-Rechnung)
- Entscheidung zur Ergebnisverbesserung (bei freier Kapazität / bei knapper Kapazität)
- Sensitivitätsanalyse (Invest.Rechnung) f. krit. Verkaufspreis/krit. Verkaufsmenge
Das Vorgehen ist gegenüber der Zuschlagskalkulation gerade umgekehrt: Während bei der Zuschlagskalkulation die Gemeinkosten durch Schlüsselung zu den Einzelkosten hinzugezählt werden, zieht die DB-Rechnung die variablen Kosten (das sind vor allem die Einzelkosten) vom Verkaufserlös ab und verzichtet weitgehend auf Schlüsselungen.
(Gewinn = - / Verlust = +)
Beispiel vollständiger BAB mit Kosteartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung:
Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
Die mehrstufige DB-Rechnung kann in vielen Fällen zu einer Erhöhung der Transparenz der Kostenstruktur und damit einer Verbesserung der Kalkulationsgrundlagen führen. Sie unterscheidet sich lediglich dadurch, dass die Fixkosten nicht in einem Block dem DB gegenübergestellt werden, sondern entsprechend ihrer Abhängigkeit von den verschiedenen Kostenträgern (Artikel, Bereiche und Gesamtunternehmung) in mehreren Stufen verrechnet.
Beispiel (nur Kostenträgerrechnung):
Entscheiden mit DB
Vor einem Entscheid stellt sich immer folgende Frage?
Engpass? (Ressourcen reichen nicht für alles)
Nein wir können alles machen: Entscheid für grössten DB/Stk. (absoluter DB). Umso höher DB umso höher Gewinn!
Ja. In diesem Fall wird der grösste DB pro Min oder pro Std. berechnet (realtiver DB pro Engpasseinheit)
Kalkulation eines Zusatzauftrags:
Vollkostenrechnung
Divisionskalkulation
Einfache Divisionskalkulation
Aufgabe der Kalkulation ist die Ermittlung der Kosten je Produkt oder DL. Die Kalkulation ist damit:
- eine Grundlage für die Festlegung der Verkaufspreise
- notwendig zur Überwachung der Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung
Wenn in einem Betrieb eine einzige, einheitliche Leistung erstellt wird, können die Kosten pro Leistungseinheit mittels einfacher Divisionskalkulation ermittelt werden; d.h. die Totalkosten werden durch das Total der produzierten Leistungseinheiten dividiert.
Selbstkosten pro Einheit = Gesamtkosten / Total produzierte Einheit
Bevor die Selbskosten ermittelt werden können, sind die sachlichen Abgrenzungen aufzubereiten.
In der Praxis sin Einproduktbetriebe selten. Beispiel Schule:
Selbstkosten pro Klasse = 3'060'000.-- / 30 Klassen = Fr. 102'000.--
Divisionskalkulation mit Äquivalenzziffern
Nehmen wir an, dass in der Wirtschaftsschule drei verschiedene Ausbildungstypen angeboten werden, die sich in den Wochenpensen starkt unterscheiden. Hier (sprich in Betrieben mit ähnlichen Produkten/DL) behilft man sich durch so genannte Äquivalenzziffern. Durch genaue Analysen wird die Äquivalenzziffer (Gewichtungsfaktor) für verschiedene Leistungen bestimmt. Häufig geschieht dies aufgrund der unterschiedlichen Fertigungszeiten, versch. Materialverbräuche, Gewichte etc.
Beispiel:
| Ausbildungstyp | Wöchentliche Stundenzahl | Äquivalenzziffer |
|---|---|---|
| Büroausbildung | 10 | 1 |
| Handelsdiplom | 15 | 1.5 |
| BMS | 20 | 2 |
Weiteres Vorgehen:
| Ausbildungstyp | Anz. Klassen | Äquivalenzziffer | 1 Schritt: Anz. Recheneinheiten | 2. Schritt: Kosten pro Recheneinh. | 3. Schritt: Kosten pro Klasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Büroausbildung | 6 | 1 | 6 | 68'000 | |
| Handelsdiplom | 18 | 1.5 | 27 | 102'000 | |
| BMS | 6 | 6 | 12 | 136'000 | |
| 45 | 3'060'000:45=68'000 |
Die Divisionskalkulation besticht durch ihre Einfachheit, kann jedoch nur bei ähnlichen Produkten oder Leistungen zur Anwendung kommen. Ist dies nicht gegeben, muss die Kostenzurechnung mittels BAB durch Zuschlagskalk. erfolgen.
Zuschlagskalkulation
Werden in einem Betrieb verschiedenartige Leistungen erbracht, kommt die Zuschlagskalkulation zum Einsatz. Sie ist ein Verfahren der Vollkostenrechnung und eine so genannte Ist-Kostenrechnung. Sie konzentriert sich auf die Vergangenheit.
Bei der Zuschlagskalkulation werden die Kosten in Einzel- und Gemeinkosten aufgeteilt. Nur die Einzelkosten können direkt den erstellten Leistungen (den Kostenträgern) zugerechnet werden, die Gemeinkosten müssen mithilfe von Zuschlagssätzen hinzugerechnet werden. In der Praxis wird dies oft auf einem Betriebsabrechnungsbogen dargestellt.
Differenzierte Zuschlagskalkulation / Betriebsabrechnungsbogen (Gesamtkalkulation)
Der BAB beinhaltet die Kostenartenrechnung, die Kostenstellenrechnung und die Kostenträgerrechnung.
+ = Verlust / - = Gewinn
Die Kostenartenrechnung
Die Kostenartenrechnung dient zur Erfassung aller Kosten. Sie ist Ausgangspunkt für die Betriebsabrechnung. Die Kosten gemäss BEBU unterscheiden sich vom Aufwand der FIBU durch die sachlichen Abgrenzungen.
Die Kosten sind möglichst verursachungsgemäss den Kostenträgern, d.h. den hergestellten Produkten oder Leistungen zuzurechnen.
Die Unterscheidung zwischen Einzelkosten (direkte Kosten) und Gemeinkosten (indirekte Kosten) ist notwendig. Bei den Gemeinkosten ist im Gegenteil zu den Einzelkosten nur bekannt, durch welche Stelle sie verursacht worden. Deshalb werden sie im BAB in die Kostenstellenrechnung übertragen. Eine direkte Zurechnung auf die Kostenträger ist wegen ihres allgemeinen Charakters nicht möglich (z.B. Energie, Abschreibungen, Zins).
Die Kostenstellenrechnung
Die Kostenstellenrechnung gibt darüber Auskunft, wo die Gemeinkosten angefallen sind. Kostenstellen sind entweder Abteilungen (z.B. Materialeinkauf, Lager, Verwaltung) oder rein abrechnungstechnische Kostenbezirke (z.B. Gebäude, Heizung).
Für die Kostenstellen wird ein Kostensatz für die Umlage der Gemeinkosten auf die Kostentärger ermittelt. Diese Kostensätze werden auch in der Einzelkalkulation benötigt.
Im nachfolgenden BAB-Beispiel ergeben sich folgende Zuschlagssätze:
Die Kostenträgerrechnung
Unter eine Kostenträger versteht man das erstellte Produkt bzw. Diensleistung oder einen Kunden. Er hat die mit der Erstellung verbundenen Kosten zu tragen. Die Verrechnung der Kosten auf die Kostenträger und die Ermittlung des Erfolges erfolgt in der Regel nach folgendem Schema:
Andere Darstellung zum Verstehen der Zusammenhänge (Abbildung einfache Zuschlagskalk.; ansonsten wären mehrere GK (z.B. Material-GK, Fertigungs-GK etc.) zu sehen):
Einzelkalkulation
Anhand der aus dem BAB ermittelten Gemeinkostensätze ist es nun möglich, die Selbstkosten für ein einzelnes Produkt oder einen einzelnen Auftrag zu ermitteln. Beispiel:
Aanschliessend erfolgt Verkaufskalkulation (mit MwSt etc.):

Margen
Marge heisst: im Verhältnis zum Umsatz!
WA+GK=SK+RG=Umsatz
Einfache/summarische/undifferenzierte Zuschlagskalkulation ("Handel")
Die gesamten Gemeinkosten des Betriebes werden als ein (summarischer) Zuschlag verrechnet (keine Gliederung nach Kostenstellen). Alles andere erfolgt analog dem BAB.
Probleme Zuschlagskalkulation
- Schlüsselproblem (Zuschlagssatz): Es werden Zusammenhänge kreiert, wo keine sind
- Proportionalisierung Fixkosten
- Zu lange in alte Produkte investiert; neue Produkte werden benachteiligt (infolge Mengen)
- Das Rechnungswesen soll Führungsinstrument sein und damit das Management bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Die Vollkostenrechnung führt manchmal zu Fehlüberlegungen, weil durch untern. Entscheide oft nicht alle Kosten beeinflusst werden, sondern nur die variablen.
--> Gesetzgeber will Vollkostenrechnung; für interne Entscheide ist diese jedoch gefährlich.
Normalkostenrechnung
Aus der Ist-Kostenrechnung (Zuschlagskalkulation) welche sich auf die Vergangenheit konzentriert, entwickelte sich die Normalkostenrechnung. Als Normalkosten werden Soll-Kosten bezeichnet, d.h. geplante, vorkalkulierte, normierte Kosten. (http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/klr/Normalkostenrechnung.pdf)
Dies hat vor allem den Vorteil, dass die Kostenträgerrechnung unter dem Jahr laufend nachgeführt werden kann, was ein sofortiges Eingreifen bei Kostenüberschreitung ermöglicht.
Normiert werden können grundsätzlich sowohl die Einzelkosten (z.B. Verrechnungspreise beim Material oder feste Lohnsätze) als auch die Gemeinkosten. Typisch für die Normalkostenrechnung ist die Verrechnung der Gemeinkosten ab Kostenstellenrechnung mithilfe von normierten Kostensätzen. Diese Normalkostensätze werden wie folgt ermittelt:
- Entweder auf Basis der Ist-Werte (mit absehbaren Korrekturen wie Teuerung etc.)
- Ableitung aus Budget
Normalkostensatz = Geplante Kosten für eine Kostenstelle/geplante Bezugsgrösse
An den Kostenstellen entstehen in der Normalkostenrechnung Deckungsdifferenzen, weil die Kostenstellen mit Ist-Kosten belastet werden und die Umlagen zu Normalkosten (Soll-Kosten) erfolgen.
Kostenstellentotal (Ist-Kosten) - Umlage (Normalkosten) = Über- oder Unterdeckung
Deckungsdifferenzen können folgende Ursachen haben: Mengenabweichung (Verbrauch zu grosser Materialmengen oder zu vieler Arbeitsstunden), Preisabweichung (Gegenüber Planung höhere Stundenlöhne oder Materialpreise) oder Beschäftigungsabweichung (Die effektive Beschäftigung ist geringer als geplant). Mit einer Soll-/Ist-Analyse können Unwirtschaftlichkeiten aufgedeckt werden.
Erfolgsrechnung mit Normalkosten
Aufgrund der vorherigen Betriebsabrechnung können die Absatz-Erfolgsrechnung und die Produktions-Erfolgsrechnung aufgestellt werden:
Budget anpassen
Wenn das Budget angepasst werden muss, arbeitet man mit Variatoren. Die Variatoren geben an, zu wie eingem grossen Teil die Kosten variabel bzw. fix sind.
0 = Kosten sind zu 100% fix
10 = Kosten sind 100% variabel
--> Variator ist keine Prozentzahl --> Bei der Veränderung müssen die variablen und fixen Kosten immer zuerst aufgesplittet werden

