Produktion Printmedien

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Zusammenfassung Produktion Printmedien

Planung eines Kommunikationsmittels

  • Corporate Design schaffen
  • Themen: Publizität (an wen gerichtet?), Periodizität, Aktualität, Universalität (Themenvielfalt)
  • Konzeption/Briefing: Ausgangslage, Ziele, Zielgruppen, Strategie (Weg/Plan zur Zielerreichung), Tonalität, Sprache, Botschaft, Umfang, Format etc.
  • Ablaufplanung: Von der Redaktion bis zur Lieferung/Rechnung (siehe anschliessender Teil)
  • Terminierung: Alle relevanten Stellen sind miteinbezogen (Terminplan mit Stellen der Ablaufplanung)
  • Budgetierung: Vom Konzept bis zur Distribution, Offerten-Phase, schlussendlich Preis pro Stück berechnen

Ablaufplanung & Gestaltung eines Kommunikationsmittels

  • Vorlagen / Text- und Fotoredaktion (Input): Konzeption des Manuskriptes, Übersetzungen, Redigieren, Dias, erstellen der benötigten Fotos
  • PrePress/Vorstufe: Gestaltung aufgrund der CD-Richtlinien, Text- und Bilderfassung, Typografie, Lithografie, Umbruch, Korrektorat, Abzüge, Proof, Druckvorbereitung
  • Druck: Druckverfahren (Bsp. 4/4 farbig Offset, abfallender Druck, Sprachwechsel; Lack: seidenmatt lackiert; Prägung: Umschlag-Seite 1 – Heissfolienprägung in Gold, Position in allen Sprachen gleich), Papier (Hochweiss, halbmatt gestrichen, holzfrei, Umschlag 170 mg2, Inhalt 135 gm2)
  • Ausrüsten: Gut zum Ausrüsten, Gut zum Versand, Verpackung, Distribution, Versand (+ Belegsmuster), Logistik, Lagerhaltung

Checkliste Auftragsbeschrieb – siehe Script S. 2 – 6 & 12

Prinzip der Frühzeitigkeit (Philippe Rogivue, Kommunikationsfachmann)bedeutet im Wesentlichen: Anständigkeit, Teamfähigkeit, Planbarkeit, Rationalisierung, Problemabbau

Zusammenarbeit Lieferanten

Lieferanten: Grafiker, DTP-Anbieter, Vorstufen-Spezialisten, Druckerei (auch mit Full-Service-Angebot), Mailing-Spezialist, Lettershop usw.

Generell gilt:

  • Frühzeitig planen und Termine bekannt geben
  • Sorgfältige Vorbereitung
  • Prozessablauf, Schnittstellen, Kontrollpunkte definieren
  • Faires Honorar
  • 2 bis 3 schriftliche Offertanfragen (gleichwertige, ähnlich gelagerte Druckereien - nur so ist Vergleich möglich) – Preisabweichungen bis zu 15% können je nach Ausführungsform der Drucksache als normal betrachtet werden. Wichtig: Gleiches mit Gleichem vergleichen. 
  • Seriöse Angebote brauchen Zeit (2 bis 3 Tage Zeit für Offertausarbeitung einrechnen)
  • Hektik vermeiden

Rechtliche Aspekte

Druckauftrag untersteht dem Privatrecht und ist ein Werkvertrag – beschränkt sich somit auf das vereinbarte Werk (Drucksache). Dieser Vertrag kommt auch formlos zustande, also auch mündlich.

Rechte & Pflichten der Druckerei (Script S. 10):

  • Sorgfaltspflicht: Die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und unter Anwendung ihres ganzen beruflichen Könnens ausführen
  • Unterakkord: Verpflichtung, Drucksache selber oder unter ihrer Leitung und Überwachung ausführen.
  • Beratung: Druckereimitarbeitende sind fachmännische Berater – sie sind verpflichtet bei unfachmännischen Wünschen des Kunden diesen darauf aufmerksam zu machen. Andernfalls muss die Druckerei den Schaden tragen. Verantwortung der Druckerei kann aber auch vorzeitig und schriftlich abgelehnt werden.

Rechte & Pflichten des Auftraggebers (Script S. 11):

  • Zahlungspflicht
  • Preiserhöhungen: Preis im Vertrag als Richtpreis bezeichnen und darauf hinweisen, dass ein genauer Preis erst nach Vorliegen genauerer Angaben verbindlich festgelegt werden kann. Entstehen während der Herstellung Preiserhöhungen, muss der Kunde sofort schriftlich informiert werden. Änderungsvertrag – kann somit aufgelöst werden.
  • Mängel: Meldepflicht innerhalb von 14 Tagen üblich. Bei verdeckten Mängeln erstreckt sich die Dauer auf 1 Jahr.
  • Rücktritt vom Vertrag: Bei Verzögerung kann der Auftraggeber zurücktreten.
  • Fristerstreckung

Administrativer Ablauf eines Druckauftrages (AVOR)

  • Offertanfrage
  • Vorkalkulation (voraussehbare Auslagen – SOLL-Kosten)
  • Offerte (verbindliches Angebot, fest umrissene und klar definierte Drucksache / unverbindliche Richtpreise)
  • Bestellung (immer schriftlich, allfällige Abweichungen von der Offerte deutliche vermerken)
  • Auftragsbestätigung (Bestätigung mit kompletten Auftragsbeschrieb, in welchem auch allfällige Änderungen des Kunden berücksichtig wurden)
  • Produktion: Gut zum Druck, Poofs, Andrucke (werden vom Kunden geprüft und genehmigt und möglichst schnell an die Druckerei zurück gegeben werden)
  • Lieferung (Lieferung umgehend auf Richtigkeit und Qualität prüfen und die Auflagen mit den Angaben auf dem Lieferschein kontrollieren.)
  • Nachkalkulation (IST-Kosten)
  • Rechnung (Mehrlieferungen bis zu 10% der bestellten Auflage dürfen verrechnet werden. Minderlieferung bis 10% sind ebenfalls zulässig.)

Milestones in der Produktion

  • Abzüge / Gut zum Druck: Papierabzüge, Plotts, PDFs (Meistens 2 Korrekturrunden möglich, danach kostenpflichtig; CHF 150 – 200 / Std.)
  • Farbmuster: Proof, Andrucke, verbindliche Muster (Pantone, gedruckt), Abstimmen an der Maschine (Empfehlung: Besuch bei Druckerei)
  • Papiermuster: Ausführungsmuster. Gefaltet, Leporello, gebunden, geheftet, geklebt, geschrumpft (Ofen)
  • Versandmuster: Gut zum Versand, Kontrolle der Lieferlisten

Vorlagen

Die Vorlage ist aus sicher der Produktion/Realisation der erste Schritt in der (digitalen) Produktionskette. Eine gute und auf den Produktionsablauf zugeschnittene Vorlage hilft Zeit und Geld zu sparen und ermöglicht eine optimale Wiedergabequalität (Faksimile-Wiedergabe).

Wir unterscheiden verschiedene Vorlagenarten:

  • Vorstufen zur Vorlage (wie Skizze und Makette),
  • Aufsichtsvorlagen (festes, undurchsichtiges Material wie Papier, Karton, Leinwand), Durchsichtsvorlagen (transparent, durchsichtiges Material wie z.B. Dia),
  • ein- und mehrfarbige Vorlagen,
  • Strichvorlage (vollfarbig, 100% s/w, keine Halbtöne oder Zwischenstufen),
  • Halbtonvorlagen (Vielzahl von Tonabstufungen, verschiedene Helligkeits- und/oder Farbwerte, z.B. s/w-Foto),
  • gerasterte Vorlagen,
  • analoge oder digitale Daten.

Text- und Layoutvorlagen

  • Verwendung von Word
  • Texte endlos verfasst sein, d.h. ohne Zeilenfälle/Returns im fortlaufenden Text (ausser bei Absatz und Titel)
  • Ohne Gestaltung
  • Tabellen enthalten nur die nötigen Tabulatoren
  • Attachment / E-Mail / ISDN oder geläufiger Datenträger
  • Von jedem Dokument ist auch ein aktueller Printausdruck als Referenz-Manuskript beizulegen (darauf können auch Gestaltungshinweise vermerkt werden)
  • Inhaltsverzeichnis des Datenträgers = Directory
  • Auf dem Datenträger befinden sich nur aktuelle Daten
  • Kontrollmöglichkeit bei elektronischer Weiterleitung der Daten: Gleichzeitig Ausdruck per Fax übermitteln
  • Nachträgliche Korrekturen nur noch auf den Probeabzügen mit den offiziellen Korrekturzeichen anbringen, da sonst das im PrePress gestaltete Dokument neu aufgebaut werden muss.

An die Qualität einer Vorlage werden bestimmte Anforderungen gestellt. Die für die Reproduktion (=Wiedergabe) relevanten Angaben (Druckverfahren, Grössen, Farben etc.) am besten auf ein separaten Blatt und/oder mit einem weichen Stift auf dem Deckblatt der Vorlage machen.

Ein Moiré entsteht, wenn eine bereits gerasterte Voralge erneut gerastert wird. Wird auch als Interferenzmuster bezeichnet. Zwei gleichartige Muster (Rasterflächen) stehen übereinander.

Retuschen an einer Vorlage sind mit Zusatzaufwand verbunden und können verrechnet werden. Bei randabfallendem Druck muss eine Beschnittzugabe von 3 – 5 mm berücksichtigt werden.

Bei Formatänderungen Vorlagen zu Reproduktion muss das Verhältnis Breite zu Höhe gewahrt bleiben – oder es ist ein anderer Bildausschnitt zu definieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Formatänderungen darzustellen, resp. zu berechnen:

  • Zeichnerisch mit der Diagonalen
  • Rechenscheibe
  • Errechnen
  • Prozentwert

(Script S. 26)

Bevor eine Vorlage in die Produktion weitergegeben wird, ist sie noch einmal genau zu prüfen. Der Versand der Vorlagen soll in einer Kartonhülle und am besten ‚eingeschrieben’ erfolgen.

Besondere Aufmerksamkeit ist beim Weiterleiten von digitalen Daten angebracht. Wichtig, dass nur die aktuelle Version gespeichert ist (kein Datenschrott), dies die endgültige Version ist und dass sie vollständig sind (inkl. Bilder, Logos, Schriften).

Bildauflösung

Im Internet: 72 – 75 dpi (reicht aus)

Bild im Druck: 300 dpi

Formel zur Errechnung der korrekten Auflösung:

Druckraster x 2.54 x 2 x Vergrösserungsfaktor = … ppi (Pixel per Inch)

Reprotechnische Umsetzung

Reproduktion heisst Wiedergabe. Die Aufgabe der Reproduktion ist ein möglich originaltreues Wiedergeben einer Vorlage. Dabei bestimmt das Auftragsziel die Qualitätsansprüche. Zudem spielen die Art der Vorlage, die Druckunterlage, die Druckfarben, das verwendete Papier oder Material, das Druckverfahren oder die eingesetzten elektronischen Medien eine wichtige Rolle. Die eigentliche Aufgabe der Reproduktion im engeren Sinn in der Produktionskette ist die Aufbereitung von Bilddaten und deren digitale Ausgabe zur Weiterbearbeitung in einem Layout. Allerdings sind hier die Grenzen und Schnittstellen fliessend und können von Auftrag zu Auftrag variieren. In der digitalen Produktionskette ist es wichtig, dass die Bilddaten so gespeichert werden, dass sie cross- oder multimedial (für Druck, CD-ROM, Internet etc.) eingesetzt werden können.

Die OPI-Software (Open Prepresss Interface) ermöglicht für das Layout vorerst nur Grobdatenbilder mit entsprechend wenig Datenmenge zu verwenden. Bei der Ausgabe/Belichtung werden dann die Grobdatenbilder durch die Feindatenbilder ersetzt.

Möglicher Ablauf von der Vorlage bis zur Ausgabe:

  • Digitale Erfassung des Bildes mittels eines Scanners
  • Bildbearbeitung im Photoshop
  • Text- und Bildgestaltung in einem Layout-Programm (QuarkXPress, InDesign, Pagemaker)
  • Ausgabe auf Druckplatte oder Digitaldruck

Stand Ende Seite 51 (Zusammenfassung)

Glossar

Proof Probedrucke zur Kontrolle
OPI Open Prepress Interface. Grobdaten dienen nur als Platzhalter im Layout.
Faksimile-Wiedergabe ‚mach es gleich’ – absolut originalgetreue Wiedergabe.
Makette§§§ Eine verfeinerte Skizze und enthält bereits Text (evtl. noch in Form von Blindtext) und allenfalls Bilder in der gewünschten Anordnung. Arbeit kann so im Entwurfsstadium dem Kunden präsentiert werden. Nach Genehmigung dient sie als verbindliche Grundlage für weitere Prepressarbeiten.
Blue-Screen-Technik Objekte werden vor einem blauen Hintergrund aufgenommen, um anschliessend ohne langes Bearbeiten digital freigestellt werden zu können.
Inch 2.54 cm
Interpolieren Berechnen von Zwischenwerten benachbarter Pixel (anhand vorhandener Pixel neue errechnen und hinzufügen). Sprich ein Bild von 72 dpi auf 300 dpi interpolieren; im Druck sind so die Pixel nicht mehr sichtbar, war der Bildqualität schadet – das Bild wird unscharf.
Manuskript
DTP Desktop Publishing - Electronic Publisher -
Autorkorrekturen Nachträgliche Änderungen an der Vorlage während des Produktionsprozesses
Color-Management Eine Vorlage sieht von der Eingabe über die Verarbeitung bis hin zur Ausgabe farbliche gleich aus. Originaltreue Wiedergabe möglich. Erarbeitung der relevanten Daten, sprich die Profile der einzelnen Geräte (Scanner, Bildschirm, Printer, Proofer, Druckmaschine in Bezug auf verschiedene Papiertypen) ist aufwändig – aber mit hohem Nutzen verbunden.
Skizze Auskunft über Gesamteindruck eines zu gestaltenden Dokuments und enthält die wichtigsten satz- und drucktechnischen Angaben. (Script S. 18)
dpi Dots per Inch. Masseinheit beim Output: Printer, Belichter, digitale Druckmaschinen
ppi Pixel per Inch. Masseinheit beim Input: Scanner, Digitalkameras
lpi Lines per Inch. Masseinheit bei der Bildrasterung: üblich bei uns ist Linie per cm = Rasterfeinheit
Pixel Picture element, Bildpunkt, kleinstes Element eines digitalisierten Bildes
Lauftasche Terminierung und Lieferpositionen für die Produktion (AVOR): Wer hat woran gearbeitet?
Ausrüsten Falzart, Perforieren, Rillung, Laminieren, Veredelung
ERP(-System) Electronic Ressource Planning