Schreiben und Redigieren

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Zusammenfassung Schreiben und Redigieren


Wichtige Punkte bei der Textgestaltung:

  • Den SLQ einhalten (Zur Berechnung werden die Anzahl Wörter eines Textes durch die Anzahl Sätze geteilt. Eis Messwert von 13 bis 15 beim geschriebenen Wort gilt als Indiz für eine gute Verständlichkeit.)
  • Fremdwörter möglichst vermeiden und durch geläufigere Wörter ersetzen.
  • Keine Abkürzungen verwenden. Falls dies unumgänglich ist, die Abkürzung einmal ausschreiben.
  • Treffende Verben wählen, sie bringen Leben in die Sprache
  • Passive Formen vermeiden; aktiv schreiben
  • Adjektive (Eigenschaftswörter wie schön, dick...) und Adverbien (Umstandswörter wie dahin, heute, sofort) nur sparsam einsetzen. Besser als Adjektive sind Vergleiche, Metaphern (Sprichworte) und Bilder.
  • Füllwörter, Blähwörter, Floskeln eliminieren
  • Wenn möglich Beispiele aus dem Erfahrungsbereich der Leserschaft verwenden
  • Abstraktes konsequent verbannen und durch konkrete, nachvollziehbare Aussagen ersetzen
  • Wenn immer es der Platz erlaubt, Zusammenhänge aufzeigen, Vergleiche bringen
  • Namen vollständig und richtig schreiben. Vollständig heisst Namen und Vornamen sowie Funktion der genannten Person schreiben (In publizistischen Texten: NIE Frau Dr. XY…  nur firmenintern erlaubt)
  • Text ab Blatt und nicht ab Bildschirm durchlesen und korrigieren.

3 goldene Regeln:

Schreib es kurz, dann werden es die Menschen lesen

Schreib es klar, dann werden es die Menschen verstehen

Schreib es bildhaft, dann werden sich die Menschen daran erinnern


6 W

Jeder ausführliche Text sollte in der Regel auf folgende 6 W eine Antwort geben:

Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum? (Woher? = Quelle)

Jedes Lead sollte mindestens zu den ersten drei oder vier W Auskunft geben.


Anforderungen an einen Text:

  1. Einfachheit
  2. Struktur
  3. Präzision
  4. Atraktivität

Schlechte Texte landen selten in den Medien, dafür umso öfter im Papierkorb


Nur wer etwas mit Substanz zu sagen hat wird wahrgenommen und gelesen.


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Textsorte Besonderes
Anriss Ein Anriss ist ein journalistisches Textelement als Hinweis auf einen Beitrag. Oft auf der Frontseite eines Mediums anzutreffen. Soll vor allem Interesse für den Beitrag wecken. Eher kurze Sätze. Umfang: zwischen 200-600 Zeichen. Am Ende Seitenvermerk.
Bericht Ein Bericht stellt ein Thema umfassend dar. Es enthält Zusammenhänge, Hintergrund- und Detailinformationen. Der Stil ist eher sachlich und objektiv. Statements zur Sache von Experten sind erlaubt, aber keine persönlichen Meinungen. Neuer Gedanke – neuer Absatz. Zitate erhöhen die Anschaulichkeit. Der Ablauf der Ereignisse wird in der Regel chronologisch wiedergegeben.
Editorial (Vorwort) Das Editorial weist auf Lesenswertes im Magazin hin oder auf Grundsatzfragen im Unternehmen. Es wird vom Kommunikationschef, Chefredaktor oder – im Mitarbeitermagazin – von einem Mitglied der Geschäftsleitung geschrieben. Das Editorial ist eine eigene Rubrik und muss daher in jeder Ausgabe erscheinen. Formale Vorgaben: Stilistisch hoher Freiheitsgrad; nicht mit Zwischentiteln strukturiert, Kein Haupttitel erforderlich, Kurz (in der Regel ca. 1500 Zeichen, Maximum je nach Layout 3000 Zeichen), Ich-Formulierungen sind erlaubt.
Feature Eine erweiterte Form der Reportage. Das Feature ist mit zusätzlichen Elementen wie Schilderungen und Schlussfolgerungen sowie einer oft recht subjektiven Ansicht des Schreibenden angereichert. Das Feature veranschaulicht durch konkrete Beispiele wie Zitate, Storys, Bilder… das Geschehen. Stil: unterhaltend und locker.
Glosse Trägt Elemente des Kommentars in sich. Sie zeichnet sich durch Ironie, Sarkasmus und manchmal sogar recht viel Boshaftigkeit aus. Sie ist jedoch nicht verletzend formuliert, was bei der schärferen Form – der Satire – der Fall sein kann.
Interview Interviews vermitteln eine hohe Glaubwürdigkeit. Das Verhältnis von Fragen zu Antworten sollte mind. 1:3 sein. Ab und zu ist ein kommentierendes Wort des Interviewers erlaubt; jedoch kein Rollentausch. Das Interview sollte mit dynamischen Bildern des Interviewten gezeigt werden (keine Pass- oder Portraitfotos verwenden). Formale Vorgaben: Haupttitel: das beste Zitat; Spitzmarke: Interview mit XY; Lead indem deutlich werden muss, dass es sich um ein Gespräch handelt.
Kolumne Persönliche Äusserung des Autors zu einem beliebigen Thema.
Kommentar Der Kommentar widerspiegelt die Meinung des Berichterstatters. Meistens wird der Kommentar ergänzend zum Bericht geschrieben. Mit dem Kommentar kann der Autor die Tatsachen des Berichts mit zusätzlichen Argumenten unterstreichen, sich über das Thema frei äussern oder beleuchtet eine andere Seite der Sachlage. Der Kommentator sollte seine Meinung begründen: Argumente und Gegenargumente müssen gegeneinander abgewogen, Schlussfolgerungen gezogen werden. (Der Kommentar besteht aus den Teilen Einstieg/Argumentation/Schlussfolgerung evtl. Appell) Man sollte sich auf das Wesentliche beschränken. Der Verfasser muss genannt werden. Wirkungen und Folgen müssen bedacht sein (Gesetze, Kodexe)
Leserbrief Antwort auf einen Artikel. Der Redaktion ist es vorbehalten, den Leserbrief zu kürzen oder sich von dem Inhalt zu distanzieren.
Magazinbericht u. Reportage Beides sind emotional aufgeladene Berichte und geben Objektives aus einem subjektiven Blickwinkel wieder. Sie handeln immer von Menschen. Sie sind Erlebnisbericht über besondere Handlungen und Ereignisse. Reportagen handeln immer von Berichten vor Ort, „Live-Berichte“ also. Sie soll dem Leser das Gefühl vermitteln, am Schauplatz dabei gewesen zu sein. Bilder und passende Vergleiche erhöhen die Anschaulichkeit. Sie leben vom Wechsel zwischen persönlichem Erlebnis und Information. Sie muss das Interesse des Lesers durch Titel und originellen Einstieg wecken und durch packende Bilder wach halten. Ein pointierter Schluss soll einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie hält sich im Wesentlichen an die chronologische Abfolge der Ereignisse. Schreibstil: umgangssprachlich; Vornamen ausgeschrieben, kein Herr/Frau, keine Anrede. Umfang: meist mehrseitig. Bestandteile: Titel, evtl. Spitzmarke, Lead, Absätze, Zwischentitel
Medienmitteilung Wird nie personifiziert (Es gibt nie eine Signaturzeile). Das Wesentliche bzw. Aktuelle am Anfang, Zusatzinformationen folgend, sehr fachtechnisches erstes Fliesstextmodul. Stil: sachlich, neutral, auf die Fakten beschränkt. Ca. 1-2 Zitate in direkter Rede sind möglich. Formvorschriften: Bezeichnung als MM, Vollständige Angaben Kontaktperson, Übersichtliche Gestaltung, Titel, Lead, Zwischentitel, Bilder und Bildlegenden explizit, Ort und Datum. (Wenn in Prüfung verlangt: Boilerplate  kurzes Firmenportrait)
Meldung/Nachricht Das Wichtigste im ersten Satz. Kurze Beschreibung des Sachverhalts: viel Information auf wenig Platz. Gibt Antwort auf die 6 W’s. Möglichkeit der Kürzung von hinten.
Porträt Bericht über Person und deren Biographie. Im Porträt werden Einstellungen, Motive, Gefühle des Porträtierten hervorgehoben und hinterfragt. Das Porträt ist also keine blosse Aufzählung der Lebensgeschichte.
Rundschreiben Briefform (Adresse mit Namen, Absender, Ort und Datum, Betreff, persönliche Anrede, Unterschrift). Smalltalk als Einstieg, das Wesentliche am Anfang, Zusatzinformationen folgend, Appell als Ausstieg. Kein Absatz länger als 7 Zeilen. Floskelfreie Sprache. PS wird oftmals als erstes gelesen. Ideal für Neuigkeiten und Überraschungen.
Webtext Ein guter Webtext spricht den Leser direkt an, bewegt ihn durch eine lebendige Sprache und transportiert Emotionen. Wichtiges zuerst, Zusatzinformationen folgend. 40-60 Zeichen pro Zeile gewährleisten eine gute Lesbarkeit. Kurz und knapp schreiben. Evtl. Bilder und Bildlegenden einplanen. Beinhaltet Titel und Zwischentitel.

Wichtiges bei publizistischen Texten:

  • Unmittelbar nach dem Lead kommt nie ein Zwischentitel
  • Bildlegenden und Quotes werden mit Interpunktion abgeschlossen (hingegen Titel und Spitzmarken nicht)
  • Ein Haupttitel enthält max. 6 Worte. Keine Satzzeichen wie ! oder .
  • Eine Spitzmarke sollte aus etwa 8 Worten bestehen. (Spitzmarke wird immer in einer kleineren Schrift als Titel gedruckt) Eine Spitzmarke ist gerechtfertigt wenn darin weitere News aufgenommen werden
  • Ein Zwischentitel darf max. aus 4 Worten bestehen; Zwischentitel setzt man nach 400-500 Zeichen Lauftext
  • Ein Lead besteht aus ca. 300-400 Zeichen; Ein Lead wird ab ca. 1500 Zeichen Fliesstext geschrieben; Fragen werden eher nicht gestellt; Vorsicht mit !; Marken werden nicht gross geschrieben (d.h. nicht MOGROS); kleingeschriebene Marken werden in „“ gesetzt (z.B. „paradis den innocents“)
  • Wiederholungen in Titel/Spitzmarke/Lead sollten vermieden werden
  • Schweizerische Schreibweise verwenden (z.B. Toskana statt Toscana)
  • Ausdrücke mit negativer Assoziation sollten vermieden werden (z.B. Seniorenresidenz ist besser als Altersheim; Entlassungen werden zu Freistellungen)
  • Für Hintergrundinfos Box oder Tabelle einsetzen
  • Die Bildlegende soll vor allem das enthalten, was auf dem Bild nicht ersichtlich ist: Namen, Zeit, Ort, Hergang

Checkfragen Prüfung:

  • Was für eine Textsorte ist zu verfassen?
  • Umfang vorgegeben oder selbst bestimmen?
  • Publizistische Struktur; ja oder nein?
  • Je nach Textsorte: Illustrationsmaterial?
  • Formale Anforderung der Textsorte?
  • Was genau gehört zu den 6 W? Was ist besonders relevant? Welche kommen in den Lead?
  • Kommunikationssituation: positive Nachricht oder heikle Botschaft?
  • Dialoggruppe(n): Befindlichkeit? Vorwissen? Bildungsstand?
  • Passende Tonalität
  • Angemessener SLQ
  • Grammatikalisch/orthografisch korrekt?
  • Annahmen treffen nötig? Annahmen plausibel? (Nicht selbsterklärende Annahmen müssen am Anfang erwähnt werden)

Diverses

Die Sprache muss nicht nur zu uns passen, sie muss auch zu unseren Adressaten passen. Dabei ist Einfachheit der Kompliziertheit immer vorzuziehen.

Ein guter Text zeichnet sich durch Kürze, Informationsgehalt, Wahrheit und gute Formulierung aus. Kontraproduktive Aussagen müssen vermieden werden  Immer überlegen was die Botschaft beim Zielpublikum für Auswirkungen haben kann.


Sprache = Zeichensystem (bestehend aus Laut-Silbe-Wort-Phrase-Satz-Text)

Eine Botschaft besteht aus folgenden 4 Ebenen: Sachebene, Beziehungsebene, Selbstoffenbarungsebene und Appell.


Definition Kommunikation:

Kommunikation ist ein Prozess, bei dem mindestens folgende Elemente vorhanden sind: Eine Mitteilung wird von einer sendenden Instanz an eine empfangende Instanz gerichtet, wobei die Mitteilung durch Symbole (Sprache) in einem Medium ausgedrückt und durch einen Kanal übermittelt wird.


Nominalstil bedeutet, dass viele Nomen in einem Satz anzutreffen sind. Wird oft im „Amtsdeutsch“ verwendet (z.B. „Ausserachtlassung“ , „Nichtbefolgung“). Diese Ausdrucksweise wirkt vielmals schwerfällig.